
Soziale Medien sind fester Bestandteil des Alltags von Jugendlichen – auch in der Schweiz. Doch die Auswirkungen auf ihre psychische Gesundheit sind ambivalent. Welche Risiken gibt es – und worauf sollten wir besonders achten? Hier findest du belegte Zahlen und wissenschaftlich fundierte Hintergründe für eine ausgewogene Perspektive.
1. Wichtige Zahlen zur Nutzung & Psyche
- In der Schweiz verbringen Jugendliche täglich im Schnitt vier Stunden mit Social Media – dafür zählt vor allem WhatsApp mit 97 % Nutzung zu den beliebtesten Apps (Quelle: Humanium/Hubacher, 2024).
- Rund 29 % der Jugendlichen berichten von Online-Sexualbelästigung, ein Anstieg gegenüber 19 % im Jahr 2014.
- Laut WHO-Studie zeigen etwa 11 % der Jugendlichen Anzeichen für problematisches Social-Media-Verhalten, wobei Mädchen etwas stärker betroffen sind (13 % vs. 9 %).
- Langzeitstudien aus der Schweiz zeigen, dass problematische Nutzung von sozialen Medien mit vermindertem Wohlbefinden korreliert – insbesondere bei Mädchenmit niedriger oder mittlerer Bildungsherkunft.
2. Warum Social Media Psyche beeinflussen kann
A. Problematische Nutzung und psychische Gesundheit
Meta-Analysen berichten, dass Social Media Gebrauch – besonders Passiv-Konsum – mit erhöhten Symptomen von Depression und Angst verbunden ist. Die Beziehung zeigt jedoch große individuelle Unterschiede.
B. Mediengebrauch als Stressfaktor
Übermäßige Online-Zeit (z. B. über 3 Stunden täglich) kann Stress und emotionale Belastung verstärken, wie internationale Studien belegen.
C. Positive Potenziale – soziale Verbundenheit & kreative Entfaltung
Soziale Medien ermöglichen Jugendlichen kreative Selbstausdrucksformen, News-Zugang und digitale Gemeinschaft – besonders für diejenigen, die offline isoliert sind.
D. Geschlechtsspezifische Unterschiede & Online-Risiken
Problematische Nutzung zeigt sich häufiger bei Mädchen und ist mit stärkerer Belastung gefährdeter Gruppen verbunden.
3. Fazit & Empfehlungen
Die psychosoziale Wirkung von Social Media ist komplex und individuell:
- Moderate Nutzung kann positives Wohlbefinden unterstützen.
- Unkontrollierte oder passive Nutzung, vor allem über längere Zeit, erhöht das Risiko für psychische Belastung – besonders für Mädchen und Jugendliche aus bildungsfernen Familien.
- Ein bewusster Umgang – wie Medienpausen, kritische Medienkompetenz und Förderung realer sozialer Kontakte – wirkt präventiv und stärkt die psychische Widerstandskraft.
Referenzen
- Agyapong-Opoku et al., 2025 – Übersicht: Social Media Nutzung und psychische Auswirkungen bei Jugendlichen (Meta-Review). MDPI
- Hu, 2025 – Langzeiteffekte: Problematische Nutzung führt bei Mädchen mit spezifischen Hintergrundfaktoren zu vermindertem Wohlbefinden. PubMed
- Hubacher, 2024 – JAMES-Studie: 97 % nutzen WhatsApp; 29 % erlebten sexuelle Belästigung online. Humanium
- Mader, 2025 – Rückgang subjektiven Wohlbefindens gekoppelt mit problematischer Social-Media-Nutzung in der Schweiz. ScienceDirect
- WHO Europe, 2024 – 11 % der Jugendlichen zeigen problematisches Nutzungsverhalten; Mädchen stärker betroffen (13 % vs. 9 %). WHO





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