
Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen – und sie können stark deinen Alltag einschränken. Rund 15 % der Bevölkerung sind betroffen, Frauen deutlich häufiger als Männer. Charakteristisch ist, dass die Angst unverhältnismäßig stark erlebt wird und oft ohne erkennbaren Auslöser auftritt, mit Symptomen wie Herzrasen, Atemnot, Schwitzen oder Zittern (Stiftung Gesundheitswissen).
1. Ursachen – Warum Angststörungen entstehen können
- Biologische Prädispositionen
Deine genetische Veranlagung und neurobiologische Faktoren können deine Anfälligkeit erhöhen. - Stress und Lebensereignisse
Verlusterfahrungen, Trennung oder erhöhter Arbeitsdruck können als Auslöser wirken. - Lernerfahrungen & Vermeidungsverhalten
Konditionierte Reaktionen auf Stress oder Gefahr, verbunden mit Vermeidungsverhalten, können Symptome verstärken. - Psychosoziale Einflüsse
Mangelnde emotionale Unterstützung, familiäre Prägungen oder Persönlichkeitsstrukturen erhöhen das Risiko, betroffen zu sein.
2. Symptome – Woran du erkennst, dass es mehr ist als normale Angst
- Körperlich: Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Atemnot, Schwindel, Magenbeschwerden.
- Psychisch: Übermäßige Sorge, innere Unruhe, Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafprobleme.
- Chronischer Verlauf: Besonders bei generalisierter Angststörung tritt die Angst über mindestens sechs Monate auf, stärker ausgeprägt als bei temporären Ängsten.
3. Therapieformen – Was dir wirksam helfen kann
- Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): Typisch erste Wahl: Du lernst, Ängste konstruktiv zu hinterfragen und neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln (Leitlinie 1)
- Expositionsverfahren: Du setzt dich angstauslösenden Situationen kontrolliert aus – gedanklich oder real – um deine Angst zu reduzieren (Leitlinie 1).
- Pharmakotherapie: Bei sehr starken Symptomen können z. B. SSRI oder SNRI unterstützend sein (Leitlinie 1).
- Kombinierter Ansatz: Die Kombination aus Therapie, Medikamenten und Selbsthilfe ist oft besonders wirkungsvoll.
- Selbsthilfe & Lebensstil: Regelmässige Bewegung, Entspannungsübungen und gesundes Stressmanagement ergänzen professionellen Behandlungsweg.
4. Dein konkret umsetzbarer Plan
- Beobachte deine Symptome und dokumentiere Intensität, Häufigkeit und Dauer.
- Spreche mit einer Fachperson für psychische Gesundheit – Hausärzt:in, Psychotherapeut:in oder Psychiater:in.
- Klingt deine Angst stark oder langanhaltend? Dann entscheide dich idealerweise für einen Behandlungsweg mit KVT und ggf. medikamentöser Unterstützung.
- Ergänze deine Therapie mit Entspannungsverfahren, Bewegung und gesunden Routinen.
- Gib dir mindestens 6–12 Monate Therapiezeit – laut DEGAM ist das für nachhaltige Wirkung essentiell.
Referenzen
- Bandelow et al., 2021 – S3-Leitlinie: Behandlung von Angststörungen. AWMF Register
- DEGAM, 2021 – Praxisempfehlung zur hausärztlichen Versorgung von Angststörungen. DEGAM
- MSD Manuals, 2024 – Überblick über Ursachen, Symptome und Pathophysiologie von Angststörungen. MSD Manuals
- Netdoktor, 2023 – Epidemiologie und Symptomatik der generalisierten Angststörung. Netdoktor
- Psychiatrie.ch, 2024 – Behandlungsempfehlungen: Kombination aus Psychotherapie und Medikation. Psychiatrie.ch





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