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ADHS ist keine reine Kinderstörung – rund 2,6 % der Erwachsenen weltweit erfüllen die Kriterien für persistierende ADHS, und bis zu 6,8 % zeigen auf Symptome bezogene Merkmale (JOGH). In der Schweiz sind speziell junge Männer betroffen: Etwa 4 % der jungen Schweizer Männer weisen ADHS-Merkmale auf, die mit funktionellen Einschränkungen in Beruf, Gesundheit und sozialen Beziehungen verbunden sind (PMC).
1. Symptome – woran du ADHS bei dir erkennen kannst
- Unaufmerksamkeit: Du bist häufig abgelenkt, vergisst Termine oder bist unorganisiert – sowohl bei der Arbeit als auch zu Hause.
- Impulsivität: Du fällst schnell ins Wort, triffst spontane Entscheidungen oder unterbrichst andere in Gesprächen.
- Unruhe: Während Kinder oft körperlich hyperaktiv sind, spürst du eher eine innere Getriebenheit, geistige Rastlosigkeit oder Schwierigkeiten, abzuschalten.
- Chronische Überforderung: Viele Routinen, wie Haushalt oder Archivierung, fallen dir ungewöhnlich schwer; Multiprojektregie kann zur Bewährungsprobe werden.
2. Diagnose – wie du Klarheit bekommst
- Lebenslauf der Symptome: Die Diagnose basiert auf einem kontinuierlichen Symptomverlauf seit der Kindheit – typische ADHS kann also nicht erst im Erwachsenenalter entstehen.
- Multiperspektivisch: Es hilft, wenn auch Partner:innen oder enge Bezugspersonen deine Symptome im Alltag bestätigen – dies erhöht die diagnostische Zuverlässigkeit.
- Standardisierte Instrumente: Ärzte verwenden Instrumente wie den WHO-ASRS-Screen, um deine Symptome strukturiert abzuschätzen.
- Abgrenzung zu anderen Belastungen: Symptome wie Erschöpfung, Angst oder depressiv gefärbte Stimmung fallen zwar ähnlich aus, unterscheiden sich konzeptuell aber klar von ADHS.
3. Behandlung – was dir konkret weiterhilft
- Medikation: Stimulanzien verbessern Konzentration und Impulskontrolle
- Psychotherapie: Coaching für Struktur & Organisation, insbesondere kognitive Verhaltenstherapie (CBT)
- Psychoedukation: Verständnis für die Störung und effektive Selbststeuerung, z. B. über Workshops oder Fachliteratur
- Multimodaler Ansatz: Kombination aus Medikament, Coaching, Alltagstraining
4. Warum eine frühzeitige Diagnose wichtig ist
ADHS im Erwachsenenalter bleibt oft unentdeckt oder wird irrtümlich anderen Diagnosen zugeordnet – obwohl du damit leben kannst, ist das Risiko für Folgeprobleme wie Berufsunzufriedenheit, Beziehungsstress oder psychische Begleitstörungen erhöht. Eine gesicherte Diagnose bietet dir Zugang zu passender Behandlung und Selbstwirksamkeit.
Referenzen
- Ayano, 2023 – Globale Meta-Analyse zur Prävalenz von ADHS bei Erwachsenen. PubMed
- Estévez et al., 2014 – Prävalenz und Risikofaktoren von ADHS bei jungen Schweizer Männern. PLoS ONE
- Song et al., 2021 – Weltweite Prävalenz von ADHS im Erwachsenenalter: systematische Meta-Analyse. Journal of Global Health





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